Rikschas in der Innenstadt, wir bleiben gelassen!

Püntklich zu unserem Saisonbeginn an diesem Wochenende bei schönstem Sonnenwetter, schaut es gut aus für unsere Stellplätze in der Innenstadt und keine Sorge: „Wir drehen nicht am Rad!“ –

Dafür ist die Zusammenarbeit mit der Stadt München seit bald 10 Jahren viel zu gut. Rikschas gibt es freilich schon viel länger in München, seit 1997, aber erst 2009 haben die ersten Gespräche in größerer Runde stattgefunden, seit 2013/14 im jährlichen Turnus.

Seitdem ist viel passiert. Heute steht München als Vorbildstadt in Deutschland da, was den Umgang mit Rikschas angeht. Jeder Fahrer braucht eine Genehmigung. Seine Kenntnis der Straßenverkehrsordnung muss er durch einen Führerschein belegen können. Außerdem braucht jeder Fahrer eine Betriebshaftpflichtversicherung. Und jede Rikscha, die auf Münchens Straßen unterwegs ist, muss vom TÜV Süd auf Sicherheit überprüft worden sein. Seit 2013/14 hat sich ein Großteil der Münchner Fahrer/-innen außerdem unter dem Dach des ADFC Kreisverband München organisiert.

Auch was Standplätze angeht, steht München sehr gut da. Die letzten 5 Jahre gab es feste Standplätze am Marienplatz, zuerst am Fischbrunnen ein Standplatz für 5 Rikschas mit Nachrückzone an der Hugendubel Westseite und bis zum Ende letzten Jahres vor dem Ludwig Beck, wo 20 Rikschas Platz fanden. Außerdem wurden in jahrelanger Arbeit gemeinsam mit der Stadtverwaltung Standplätze rund um das Oktoberfest geschaffen.

Vor dem Ludwig Beck wollen wir auch in Zukunft stehen dürfen, auf kleineren Standplätzen mit Platz für je 5 Rikschas und großzügigen Nachrückzonen in der Diener- und Burgstraße. Zur Hochsaison sind immerhin bis zu 250 Rikschas unterwegs. Außerdem wünschen wir uns einen Standplatz vor dem Hugendubel mit Nachrückzone an der Westseite des Hugendubel-Hauses.  

Das Kerngeschäft ist Tourismus. Seit diesem Jahr sind die ersten vom Tourismusamt München ausgebildeten Rikscha-Guides auf der Straße unterwegs, um als Botschafter Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen. In Zukunft möchten wir uns zusätzlich als echte Taxialternative für Kurzstrecken und Mittelstrecken etablieren. Die Aufrüstung mit klimafreundlichen E-Motoren macht es möglich. Sauber und ohne Lärm soll es ans Ziel gehen. Wobei bei uns immer noch gilt: „It’s not about the destination, it’s about the ride!“ Denn es ist einfach schön mit der Rikscha zu fahren, der Wind in den Haaren, die Sonne im Gesicht… Wir erleben oft, dass unsere Gäste am Ende gar nicht mehr aussteigen wollen. Entlang der Fußgängerzone wünschen wir uns daher zwei weitere Mobilitätsstationen für jeweils 5 Rikschas, die für An- und Abfahrt genutzt werden können, im Schatten der St. Michaelskirche/ Ettstraße und oben am Stachus, beim Brunnenbuberl, am Ende der Herzog-Max-Straße.

Dafür sind wir auch bereit unsere Rikschas zu den Standplätzen zu schieben. Denn Rikschas werden vom Gesetzgeber als Fahrräder behandelt. Und Fahrräder müssen in Fußgängerzonen geschoben werden. Die Idee dahinter ist die Sicherheit. Und um Sicherheit geht es auch uns. Fahrräder beginnen zu schlingern, wenn sie langsam fahren, außer es handelt sich um sehr geübte Radler. Daher gilt diese Auflage, um in Fußgängerzonen keine Mitmenschen zu gefährden. Bei Rikschas ist die Sachlage jedoch anders. Rikschas sind Dreiräder. Sie können nicht schlingern oder gar umfallen. Es ist tatsächlich sicherer, wenn der Fahrer auf dem Bock sitzen bleibt. Daher machen wir seit Jahren darauf aufmerksam, dass Rikschas langsamer als Schrittgeschwindigkeit (= Kriechgeschwindigkeit) fahren können und keine Gefahr für Fußgängerzonen darstellen. Das hat auch unsere Umweltministerin erleben dürfen. So wäre es auch keine Gefährdung für die Fußgänger am Marienplatz, würden die Rikschas gefahren und nicht geschoben werden, im Gegenteil, es ist sogar sicherer. Dass es funktioniert, zeigte die Erfahrung der letzten fünf Jahre. Solange das Gesetz aber ist wie es ist, halten wir uns gerne daran und schieben unsere Rikschas zu den Standplätzen. Und so auch jetzt im Moment, bis eine Lösung für die Fußgängerzone gefunden wurde. Diese erwarten wir bis Mitte/Ende Mai.

Ende April wird es einen runden Tisch geben, zu dem der Bezirksausschuss Altstadt Lehel einlädt und an dem gemeinsam die Vorschläge diskutiert werden. Bis dahin findest du uns rund um den Marienplatz oder vor dem Ludwig Beck, und wieso wir durch die neue Fußgängerzone schieben und nicht fahren, weißt du jetzt 😉