#rikschaguide unterstützt #munichforfuture auf Klimademo.

Wir haben heute MunichForFuture unterstützt und sind auch in Zukunft gerne mit dabei. Wir haben mit unserem »Model Zero« diejenigen mitgenommen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, aber dennoch gerne mit demonstrieren wollten.

Los ging es um 16 Uhr am Odeonsplatz, dann eine große Runde durch Maxvorstadt, wieder zurück. Das Wetter hat gehalten, wobei es kurz zuvor ordentlich geregnet hat. Hat gepasst, denn Regen braucht es gerade dringend, die Natur in München ist seit letztem Jahr immer noch im „Dürremodus“ – d.h. es regnet zu unregelmäßig und wenn ja, zu wenig.

Der Odeonsplatz war rappelvoll, wieviele tatsächlich dabei waren, da gingen die Schätzungen wie bei jeder Versammlung auseinander, aber es waren viele, sehr viele. Ein gutes Zeichen für den Klimaschutz, der bei jedem selbst beginnt.

Kommentar:

Die meisten jener Erdbewohner, die sich Menschen nennen, dürften sich darin einig sein, dass sich eine Klimaveränderung vollzieht.

Es wird jedes Jahr wärmer, heißer, im Moment jagt ein Hitzerekord den nächsten. Und das geht seit etwa 2000 so, nicht nur in Deutschland. Die 19 wärmsten Jahre waren, nun ja, die vergangenen 19 Jahre. Weltweit jagt ein Rekord den anderen, die Erde erwärmt sich, die Erde erhitzt sich, die Pole schmelzen, Grönland bald eisfrei? Um diese Veränderung einzufangen, braucht es keine Messstationen, denn der Mensch, der eigene Organismus kann ganz gut selbst ermessen und erkennen, dass es heißer wird, dass sich etwas ändert und zwar rasant. Oder man spricht mal mit der alten Generation, ob in der Stadt oder auf dem Land, sie können uns berichten, dass es früher anders war, das Klima, und sich das Klimagleichgewicht verschiebt.

Die Uneinigkeit besteht darin, ob nun der Mensch für diese Klimaveränderung verantwortlich ist oder nicht. Eigentlich ein überflüssiger Streitpunkt. Denn ein Streit ändert gar nichts. Er übergeht den status quo, anstatt zu handeln. Und Handeln, die Tat war seit jeher das, was echte Veränderung möglich machte. Aber dennoch, darin scheint die Uneinigkeit zu bestehen. Oder, wenn ja, wie viel Verantwortung der Mesnsch für die rasante Klimaveränderung trägt.

Das Klima hat sich schon immer gewandelt. Das Klima ist ein dynamisches Gleichgewicht miteinander verknüpfter Faktoren, ein Gleichgewicht, das schon immer in ständiger Bewegung war und ist. Kälte- und Heißzeiten gab es seit Beginn, auch als es noch keinen Menschen gab, so die Argumentation derjenigen, die den Menschen, sein Denken und Handeln gerne aus der Klimagleichung herausrechnen möchten: „Ach der Mensch, so groß ist sein Einfluss auf das Klima doch gar nicht“, lässt sich diese Position auf einfache Worte herunterbrechen.

Das ist falsch, denn der Mensch, die reine Biomasse, die als Menschheit diesen Planeten besiedelt, ist nicht irgendeine kleine Variable in der Klimagleichung. Die Familie der Menschen, mit bald 8 Milliarden Mitgliedern, ist die Variable der Klimagleichung. Das heißt, was der Mensch tut, hat mehr denn je in der relativ jungen Geschichte dieser Spezies eine Auswirkung auf die ganze Gleichung, auf das System, auf das Klima, auf die Atmosphäre, welche diesen Planeten als Schutzhülle umgibt.

Die Wissenschaft spricht daher auch vom Anthropozän, von jenem Zeitalter, das maßgeblich von der Anwesenheit des Menschen auf diesem Planeten geprägt wird. Und seitdem der Mensch Brennstoffe aus der Erde holt, jene fossilen Energieträger, die er seit der Industrialisierung einsetzt um seine Bedürfnisse in Fortbewegung und Produktion zu befriedigen und die davor über Jahrmilliarden im Boden ruhten, seitdem ändert sich etwas, seitdem verändern sich die Variablen in der Klimagleichung, wissenschaftlich einwandfrei belegt, so deutlich, so klar, dass einen jeglicher Skeptizismus bloß verwundern kann. Die Nebenprodukte, die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen, wie CO2, sie erwärmen die Atmospähre. Punkt. Absatz. Und wer hat‘s gemacht? Der Mensch hat’s gemacht. Und dennoch gibt es immer noch die Skeptiker.

Wenn ein Mensch den Raum betritt, ändert sich das Raumklima. Das dürfte jedem einleuchten. Es reicht ein Furz und es stinkt im Raum. Der Körper des Menschen steht in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umgebung. Und nicht nur ein guter Furz verändert das Raumklima. Die Haut, das größte Organ des Menschen schwitzt, atmet, nimmt Stoffe auf, gibt Stoffe ab, in jedem Augenblick. Was übrigens für den Körper gilt, gilt auch für den Geist. Auch Gedanken und Gefühle haben einen Einfluss auf das Raumklima, das nur nebenbei: Betritt ein Mensch mit heiterer Stimmung den Raum, ist sein Einfluss auf das Raumklima anders, als der Einfluss eines Menschen, den Gedanken niederschlagen und daher niedergeschlagen dreinblickt. Kurz, der Mensch, wie er ist, wie er denkt, wie er fühlt und wie er so vor sich hintranspiriert, er hat Einfluss auf alles in seiner Umgebung. Wieviel Einfluss haben dann erst 8 Milliarden Menschen?

Hält sich eine Gruppe von Menschen längere Zeit in einem Raum auf, dann wird die Luft darin stickig. Sie verbraucht sich. Den Menschen im Raum fällt das nicht auf. Denn sie gewöhnen sich daran. Die Veränderung im Raum ist so schleichend, dass die Menschen darin gar nicht erkennen, dass sich das Raumklima ändert. Kommt aber einer von draußen in den Raum, wird er sofort die Fenster öffnen wollen: Der Sauerstoff ist niedrig, es riecht nach den Ausdünstungen der Körper, ohje, und vielleicht hat auch noch einer schlechte Stimmung… Jeder kennt das. Was gibt es da zu leugnen? Wer möchte leugnen, dass der Mensch eine Wirkung auf das Raumklima hat?

Im Großen ist es wie im Kleinen. Auch dieser Planet, Erde genannt, ist ein großer Raum. Nur dass die Atmosphäre dieses Planeten keine Fenster hat, die sich öffnen ließen. Würden Aliens noch heute auf der Erde landen, dann würden sie sich an den Kopf fassen. Sie würden sich wundern, wieso ein Teil der Menschen die Veränderung nicht erkennt, die sich vollzieht, immer rasanter und das diese Veränderung, sofern wir sie als Menschheit nicht gemeinsam aufhalten, unser Ende bedeuten wird. Es wird die Haut unserer Enkel vor Hitze von den Knochen schälen, wenn wir Menschen nicht damit aufhören unsere Verhalten ganz grundlegend zu verändern. Das ist keine Fiktion, in manchen Gegenden der Welt ist es bereits so heiß, dass dort kein Menschenleben mehr möglich ist.

Was ist zu tun? Es kann jeder nur bei sich selbst anfangen. Die Politik kann dabei unterstützen, indem sie mutige Gesetze erlässt, die das Wohl der Menschen im Blick hat und den Menschen vor seinem eigenen Verhalten schützt. Anreize zur Veränderung setzen, ist ein Weg. Einen anderen Weg gibt es nicht.

Sofern wir Menschen auch in Zukunft in Städten Lebenszeit verbringen möchten, braucht es einen grundlegenden Mentalitätswandel, was die Fortbewegung und Mobilität betrifft. Denn es wird heiß werden in den Städten. Was wir jetzt erleben ist bloß ein Vorgeschmack. Was für andere Regionen der Erde schon Realität ist und für immer mehr Regionen Realität wird, wird jetzt auch bei uns Realität: Dürre, Hitze, wenig Niederschläge, Temperaturen über 40 Grad und Nachts nicht unter 20 Grad. Langsam beginnen auch wir Deutschen die Bedeutung hinter dem Wort „Siesta“ zu erahnen. Hohe Temperaturen haben Einfluss auf die Arbeitsleistung von Körper und Geist, sie wird beschwerlicher.

Am einfachsten wäre natürlich, der Mensch würde sich nicht mehr so viel fortbewegen wollen, überhaupt der Mensch würde nicht mehr so viel wollen. Aber das ist Utopie, der Mensch möchte reisen, ob innerhalb einer Stadt oder auf diesem Planeten. Er möchte ja sogar zum Mars. Und der Mensch will Dinge kaufen, solange er meint, er braucht sie. Aber tatsächlich wäre schon viel erreicht, der Mensch würde erkennen, es braucht für ein glückliches, zufriedenes Leben nicht viel, weder viele Dinge, noch ständige Fortbewegung, sofern diese auf Verbrennung fossiler Energieträger basiert. Es sollte wirklich alle Energie auf die Entwicklung, Forschung und Förderung nachhaltiger Energie gesetzt werden. Die Politik muss alles daransetzen, das Mobilität gefördert wird, die im Einklang mit unserer Lebensgrundlage steht, im Einklang mit dem Klima.

Nicht ohne Grund hat die junge Generation kein Interesse mehr an Autos. Autos sind nicht nur Verursacher von Feinstaub, Reizgasen und CO2, sie sind vor allem auch fahrende Wärmespeicher, die jede Stadt um einige Grad erwärmen, weil sie als Blechkisten die Sonnenwärme speichern und wieder abgeben. Jeder, der an einem heißen Tag einen Stau entlangradelt, spürt die Hitze, die von der Karosserie abgestrahlt wird. Derjenige im Auto, spürt davon nichts. Der Klimaautomatik sei gedankt.

Dann muss die Art zu Bauen revolutioniert werden. Der ganze Beton, der Stahl, der Teer überall, die Straßenschilder aus Blech, alles das sind Wärme- und Hitzespeicher, die dazu führen, dass die Städte in Zukunft auch nachts nicht mehr herunterkühlen. Es braucht viel Grün in der Stadt, wo Platz ist, sollten Bäume gepflanzt werden, es braucht viel Wasser, es sollten wieder Bäche angelegt werden, sie kühlen, sie sorgen für frische Luft. München war einst ein kleines Venedig, es gab mehr als 70 Stadtbäche. Und Autos können durch einen lückenlosen Nahverkehr ersetzt werden, ein Nahverkehr, der es jedem ermöglicht jederzeit zum Wunschziel zu kommen, sofern er sich nicht aus eigener Kraft fortbewegen möchte. Da ist München ohnehin schon weit vorne mit dabei. Aber das Sinnvollste wäre viel zu Fuß gehen, radeln oder aber auch einfach mal sitzen bleiben, nichts wollen, nichts müssen, den Moment genießen und erkennen, dass die Lösung eigentlich ganz nah, eigentlich schon da ist und bei uns selbst beginnt.