Neue Standplätze für Fahrradrikschas entlang der Fußgängerzone.

Der Bezirksausschuss Altstadt/Lehel hat zusätzlich zum schon bestehenden Standplatz am Marienplatz weitere Standplätze für Fahrradrikschas entlang der Fußgängerzone beschlossen und wird einen Vorschlag zur Umsetzung darüber zur Prüfung an die Kreisverwaltung weiterreichen.

In der Sitzung am 16.7.2019 im Münchner Zimmer im Hofbräuhaus haben die Mitglieder des BA 1 unter Vorsitz von Wolfgang Püschel (SPD) und Peter Jürgen Pinck (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses „Mobilität und Verkehr“, der in dieser Angelegenheit federführend war, fraktionsübergreifend und einstimmig für die Einrichtung neuer Standplätze entlang der Fußgängerzone gestimmt. Ein Standplatz soll auf Höhe der Herzog-Wilhelm-Straße und der Herzog-Max-Straße am U-Bahnaufgang eingerichtet werden, analog zum schon bestehenden Standplatz am Marienplatz. Weitere Standplätze sind in unmittelbarer Nähe zur Rosenapotheke und am Alten Peter angedacht. Am Alten Peter möchte der Berzirksausschuss noch die Zustimmung der Diözese durch die Kreisverwaltung prüfen lassen.

Alle neuen Standplätze sollen wieder pilotweise eingerichtet werden, wie das bereits mit dem ersten Standplatz der Fall war. Die Pilotphase mit dem ersten Standplatz wurde von allen Seiten als erfolgreich bewertet. Eine feste Einrichtung der Standplätze soll spätestens dann erfolgen, wenn die Pilotphase für die neuen Standplätze von allen Seiten als erfolgreich bewertet wurde und die angedachte Neuausrichtung der Stadt bezüglich „Radlhauptstadt“ eine individuelle, repräsentative Gestaltung des Stellplatzes möglich machen soll. Bis dahin werden die Stellplätze wohl im einfachen „Baustellen-Gelb“ markiert.

Allein der Antrag auf einen weiteren Standplatz am Marienplatz wurde zunächst auf die Septembersitzung vertagt. Vorgeschlagen wurden von der AG Rikscha des ADFC München 6 Stellplätze vor der Fassade des Traditionskaufhauses Ludwig Beck einzurichten. Nachdem dieser Vorschlag durch die Geschäftsleitung Herrn Dieter Münch (bei der Vollversammlung auch durch Herrn Wolfgang Fischer vom Verein Citypartner e.V. vertreten) abgelehnt wurde, machte Herr Pinck im Plenum einen Kompromissvorschlag: Statt ursprünglich angedachter 6 Stellplätze nur noch 2 Stellplätze vor der letzten Arkade des Kaufhauses. Ein Kompromiss, der durch die anwesende AG Rikscha akzeptiert und begrüßt wurde. Nachdem sich Herr Dieter Münch diesem Kompromissvorschlag ebenfalls nicht anschließen wollte, vertagte Wolfgang Püschl die Entscheidung darüber auf die nächste, voll beschlussfähige Sitzung im Spätsommer.

Es geht um eine ganzheitliche Lösung am Marienplatz. Zu einer ganzheitlichen Lösung gehören immer mehrere Interessensparteien. Im Fall des Standplatzes am Marienplatz sind das zwei Parteien, die sich bewegen müssen: Die Geschäftsleitung von Ludwig Beck und die AG Rikscha. Die AG Rikscha hat sich bewegt, indem sie den Kompromissvorschlag von 2 statt 6 Stellplätzen vor der letzten Arkade des Traditionskaufhauses akzeptiert hat. Die Einrichtung von zwei Stellplätzen vor der letzten Arkade des Ludwig Beck würde auch das Sichtfenster zwischen Nachrückzone in der Burgstraße und Stellplatz vor dem U-Bahnaufgang schließen. Denn aktuell besteht kein Sichtkontakt zwischen den Rikschafahrern in der Nachrückzone und den Rikschafahrer am Stellplatz, was aber notwendig wäre, damit die Rikschafahrer wissen, wann sie nachrücken können. Dieser Umstand nötigt sie aktuell etwas über der Markierung der Nachrückzone zu stehen. Ein Problem, dass sich erst durch die Praxiserfahrung ergeben hat. Ein 2er Stellplatz würde das Sichtfenster zwischen Nachrückzone und Stellplatz schließen.

Nun ist es an der Geschäftsleitung des Kaufhauses Beck einen Schritt zu machen, und einen Kompromiss zu ermöglichen, der zu einer gütlichen, für alle Seiten zufriedenstellenden Lösung führt. Es gilt auch die Synergien und Vorteile zu erkennen: Fahrradrikschas sind ein fester Bestandteil der Innenstadt-Mobilität, die sich auch in den Einzelhandel hervorragend integrieren lassen. Für ein paar Euro kann man sich zu den umliegenden Örtlichkeiten chauffieren lassen, gerade auch für das ältere Publikum eine Mobilitätsergänzung, die in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird.

Sollte sich eine Lösung für einen 2er Stellplatz gemeinsam erarbeiten lassen, sieht die AG Rikscha zunächst keinen Erweiterungsbedarf mehr.

Weitere Perspektiven:
Julian Raff, Süddeutsche Zeitung
Titel: „Ringen um die Rikscha-Stellplätze“